Friedenspolitik


Zum Anti-Kriegstag am 1. September.

„Seit heute früh 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen!“ Mit gespielter Empörung verkündete Hitler 1939 den Überfall deutscher Truppen auf Polen. Es war der Beginn eines mörderischen Krieges, den viele von uns als Kinder noch erlebt haben.

Krieg ist für uns die gefährlichste Form von Gewalt, denn er wird unter dem Motto der moralischen Gerechtigkeit ausgetragen. Immer wieder ziehen Nationen in den Krieg und glauben in ihrem tödlichen Treiben eine heilige Mission zu erfüllen. Was bewegt ein Politiker und Machthaber, Tausende in den Tod zu schicken und sich und anderen auch noch vorzumachen, er täte Gutes damit? Und was veranlasst Bürger, ihm zu folgen und ihn trotz seiner mörderischen Ambitionen als Retter und starken Mann zu verehren?

Wenn wir heute die Fluchtwelle derer erleben, die vor Kriegen auf der Welt flüchten, so sind wir erinnert an die Zeit als der Krieg 1945 vorbei war. Die Alliierten haben uns befreit und dem wahnsinnigen, mörderischen Treiben der Nazis ein Ende gesetzt.

Millionen sind auf der Flucht oder vertrieben. Unsagbar viele verlieren dabei ihr Leben, Frauen und junge Mädchen werden vergewaltigt und Kinder verlieren ihre Eltern.

Durch bayrische Wälder, an der Ostseeküste und im geteilten Berlin bewegt sich eine Völkerwanderung. Hunderttausende verlassen in Trecks die Sowjetunion in Richtung Westen. Eine Völkerwanderung in eine weithin fremde neue Heimat, die in Trümmern liegt – und in der kaum jemand sie mit offenen Armen aufnimmt. (Pollacken, hergelaufene Gesindel) In Bayern muss die US-Militärverwaltung eingreifen und den Alteingesessenen mit Strafen für Diskriminierung gegen Neuankömmlinge drohen.

Wirtschaftlicher Aufbau, Lastenausgleich und Eigentumsausgleich helfen bei der Integration. Bis weit in die fünfziger Jahre werden Vertriebene in Notaufnahmelagern versorgt, ehe man ihnen Wohnraum zuweist.

Es ist gut, wenn wir uns daran erinnern. Es hilft den flüchtenden Menschen, die zurzeit zu uns kommen.